Col de Sommeiller

Liebe Freunde,

der Col de Sommeiller ist heute der höchste legal mit Kraftfahrzeugen anfahrbare Punkt der Alpen und befinder sich im Mont Cenis Massiv. Bekannt ist der Sommeiller auch durch das seit 1967 jährlich stattfindende Motorradtreffen Stella Alpina. Entsprechend hoch ist der Andrang an Besuchern insbesondere während der Saison. Neben Enduros findet man alle anderen Fahrzeuge, vom Mountainbike, über Quads, Fiat 500 4×4 bis hin zu großen Geländewagen. Sogar ein Kleinbus hat sich an diesem Tag den Berg hinauf gequält und wäre fast in einer der oberen steilen Serpentinen gekippt. Warum der Ausflug trotzdem lohnenswer ist, sollen die folgenden Bilder zeigen.

Die Anfahrtsbeschreibung nach Bardoneccia findet man im letzten Artikel “Tagestour Briançon”. Von Bardoneccia kommend, fährt man parallel zur Autobahn auf der Via Susa (SS335) in Richtung des Tunnels Frejus auf die Via Germano Sommeiller, die unter der Autobahn hindurch nach Norden in ein Tal führt (Wegweiser Rochemolles).

Die Straße ist zunächst geteert und geht dann bei Rochemolles (ca. 5 km hinter Bardoneccia) in kompakten Schotter über. Die Auffahrt über den Lago di Rochemolles (11 km) bis hin zum Rifugio Scarfiotti (14 km) ist leicht zu bewältigen und man findet in diesem Bereich noch Wohnmobile (etwa SG 3).

Hinter dem Refugio besteht eine zeitweise Sperrung. In der Saison ist die Straße an Wochenenden tagsüber (9 bis 17 Uhr) für Kraftfahrzeuge gesperrt. Hier steigt das Sträßchen steil an und erklimmt in 16 teils engen Kehren den nächsten Bereich des Hochtals. Die Bodenbeschaffenheit wechselt hier von Schotter in einen erdigen Untergrund, der in der Trockenheit des Augusts viel Staub aufwirft. Schwierigkeit nach Denzel ab hier ca. SG4.

Das folgende Hochtal lädt an vielen Stellen zu einer Rast und einem Picknick ein. Wir verschieben unsere Brotzeit jedoch auf die Rückfahrt. Nach 10 weiteren Kehren auf groberen Schotter erreicht man das Pian dei Morti, ein deutlich kargerer Teil des Hochtals (23 km).

Ab hier trennen einen nur noch drei Kehren vom Umkehrpunkt. Diese Auffahrt führt durch einen Geröllhang mit teils groben Schotter auf festem Untergrund (SG4). Dieses Teilstück kann im Frühsommer von Schnee bedeckt unpassierbar sein.

Am Col de Sommeiller angekommen findet man eine große eingezäunte Schotterfläche, die als Wanderpakplatz dient und auf knapp 3000 m Höhe liegt (25 km). Dies ist der Umkehrpunkt der Tour. Den Col mit seinem kleinen See als auch den Fahnenhügel erreicht man nur zu Fuß. Hier befindet sich auch die italienisch-französische Grenze. Nach Frankreich führen nur noch Wanderwege weiter.

Wir machen uns auf den Rückweg, jedoch nicht ohne eine Rast im grüneren Teil des Hochtals zu machen, wo Holztische mit Bänken zu einem Picknick einladen.

Ein lohnenswerter Ausflug, auch wenn es nicht immer einfach ist in den unwegsameren Teilen der Strecke zwischen Mountainbikern und Jeeps zu manövrieren. Aber der Ausblick und die schöne Natur entschädigen für vieles.

Anbei noch die Karte mit der Route. Ich hoffe Euch hat die Tour zum Col de Sommeiller, den höchsten legal befahrbaren Punkt der Alpen gefallen.

Herzliche Grüße
Euer Friedbert


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