Über den Lago Nero zum Colle Bercia

Liebe Freunde,

heute berichte ich über ein ganz besonderes Schmankerl im Piemont, über die Region rund um den Colle Bercia. Dieser liegt 2293 m hoch in einem Skigebiet und ist von in der Regel legal befahrbaren und sehr abwechslungsreichen Schotterpisten umgeben. Ein Eldorado für jeden Endurofahrer.

Unsere Route führte uns von Claviere kommend über Sagna Longa und den Lago Nero zum Colle Bercia, von wo aus man auch wieder nach Sagna Longa abfahren kann. Unser Weg
führte jedoch zurück zum Lago Nero und hinab nach Bousson.

Aus dem Susatal kommend fährt man von Oulx nach Cesane Torinese, wo man rechts in Richtung französischer Grenze abbiegt. In der Mitte des Grenzortes Claviere fährt man vor  dem kleinen Platz links den Hang hinab, an einigen Skianlagen vorbei und folgt der Strada Comunale Valle Gimont, die bald in eine gut gepflegte Schotterpiste übergeht.


Nach etwa einem Kilometer dreht die Straße hangaufwärts und folgt plötzlich dem Verlauf einer Skipiste. Aber wer wollte nicht schon einmal im grobschottrigen Unterbau einer Skipiste den Berg hinauffahren? Das Vergnügen ist jedoch nur von kurzer Dauer. Auf dem Plateau angekommen hält man sich rechts, fährt an einem kleinen Chalet vorbei wo man der Beschilderung links entlang des Waldwegs folgt, bis man über eine Steinpiste hinauf nach Sagna Longa und seinen Sporthotels kommt.

Hier trifft man auch auf die Schotterstraße, die  von Cesana Torinese heraufführt und als alternative Anfahrt genutzt werden kann.

Hier wählen wir die Route rechts in Richtung Lago Nero und folgen einen weiteren Waldweg. Bald treffen wir auf die Ruinen eines alten Forts hinter dem der Weg hinunter nach Bousson abzweigt. Wir halten uns rechts in Richtung Lago Nero.

Bis zum Lago Nero ist die Strecke gut und fest geschottert und somit leicht zu befahren. Denzel listet eine Schwierigkeit von SG 3-4. Auf Grund ihrer Südlage ist die Auffahrt auch schon in dieser frühen Jahreszeit frei von Schnee und trocken. Die gegenüberliegende, nur etwa 200 m höher gelegene Assietta-Kammstraße ist derzeit noch stark aufgeweicht und zum teil mit Schnee bedeckt. Auf dieser Seite lädt der Lago Nero mit seinen umgebenden Wiesen zu einem Päuschen ein.


Oberhalb des Lago Nero wird die Auffahrt in Richtung Col de Bousson etwas schwieriger. Der Schotter wird grob und lose, die steiler werdenden Auffahrten zwischen den Kehren sind zum Teil stark ausgewaschen. Nach meiner Einschätzung würde ich SG4 bewerten.


Die Auffahrten zum Endpunkt des Col de Busson, zum Col de Gimont sowie zum Lago di Sette Colori von hier sind jedoch schon seit einiger Zeit gesperrt, was sich
nicht nur in Verbotstafeln, sondern zum Teil auch durch in Abzweigungen abgelegten Felsbrocken äußert.

Von hier kann man über den Colle de Bercia und Sagna Longa wieder nach Cesana Torinese abfahren. Wir hatten uns jedoch entschieden zurück in Richtung Bousson abzufahren.

Nach einem Regen- und Wolkentag hatte es das Wetter mit uns so gut gemeint, so dass wir die Ruhe und den Ausblick noch ein wenig länger genossen haben. An den nächsten Tagen wollten wir noch viele Gebirgs- und Militärstraßen fahren, aber jetzt gehörte die Ruhe des Berges zunächst uns allein. Juni ist einfach die schönste Jahreszeit, um die Berge für sich zu haben.

Ich wünsche Euch nicht zu starkes Fernweh.
Herzliche Grüße
Euer Friedbert

Rundblick oberhalb des Colle Bercia

GPS-Track

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