Anbiken mit Andi — Das Namlostal


Liebe Freudne,

spät ist es geworden; endlich haben wir es geschafft: wir haben am letzten Wochenende, am Sonntag, den 18. März, die Saison 2012 mit Anbiken mit Andi    Das Namlostaleiner “Kleinen Hausrunde” eröffnet. Adelmut und auch Andreas, den Ihr schon vom Passo della Forcella kennt, waren dabei.

Welche Straßen sind schon befahrbar? Wo ist mit Schnee zu rechnen? Naja, man hätte bei Stephan Fennels Internetdatenbank  http://www.alpenpaesse.co/ nachsehen können, aber froh über das tolle Wetter sind wir natürlich einfach losgefahren. Die Bannergrafik zeigt eindrucksvoll den noch mit Eis bedeckten Plansee. Neben der Straße haben wir natürlich noch mit Schnee gerechnet. Aber auf der Straße?

Von München aus fahren wir am Starnberger See entlang über Münsing nach Seeshaupt. Weiter nach Eberfing und Obersöchering. Hier gibt es nette kleine Landstraßen, die nach Böbing, Bayersoien und Saulgrub nach Oberammergau führen kurz hinter dem Ort biegen wir in rechts in Richtung Plansee ab.

Plansee

An Schloß Linderhof vorbei geht es durch den Schatten des Waldes auf zunächst nasser Straße. Anbiken mit Andi    Das NamlostalKurz hinter der österreichischen Grenze stoßen wir dann auf Schnee, der festgefahren mit etwas Schotter durchzogen fast zu Eis wird. Zunächst gibt es noch frei gefahrene Spurrinnen in denen man den Schnee meiden kann, bis dann später einige etwa 200 Meter lange Schneeflächen kommen. Vordichtig fahrend sind sie jedoch kein Problem.

Am Plansee ankommend fährt man wieder in der Sonne und die Straße ist frei und meist wieder trocken. Ein schöner Steckenabschnitt, den wir später im Jahr wieder mit vielen anderen teilen müssen. Heute haben wir den Plansee fast für uns.

Anbiken mit Andi    Das NamlostalDer Plansee selbst ist noch mit Eis bedeckt, das bereits zu schmelzen beginnt. Die wässrig helle Eisfläche wirkt fast wie eine Wolkenschicht.

Wir fahren weiter in Richtung Reutte. Nach der Erfahrung hier bereits auf Schnee getroffen zu sein, überlegen wir, ob das Namlostal schon frei von Schnee und damit passierbar ist.

Friedbert will es wissen und fährt weiter auf der B198 bis Stanzach, wo es links in das Namlostal abgeht. 

Das Namlostal

Auf dem Weg nach Stanzach findet man die ersten Informationen zur Befahrbarkeit der Passstraßen. Das Hahntenjoch, das wenige Kilometer später parallel zum Namlostal in den Berg führt ist noch gesperrt.

Anbiken mit Andi    Das NamlostalDei ersten Kilometer sind gut zu fahren, teils sogar trocken. Nur wenige Kilometer später spürt man die Reste des Winters. Kehre für Kehre fährt man auf zunehmend mehr Split, bis man fast den Eindruck gewinnt auf einer Schotterstraße zu fahren. Kurz vor einer Kurve steht ein mir unbekanntes Warnschild, das Bodenwellen ankündigt. Bodenwellen? Die Straße ist doch frisch geteert. Ich verzögere. Noch mehr Split? Gerade um die Kurve kommen sehe ich auf einer Geraden eine riesige Eisfläche. Zum Glück ist sie mit ordentlich Split durchsetzt, so dass man sie in vorsichtiger Fahrweise überraschend sicher überqueren kann. Die Sozia eines jungen 650GS Fahrers steigt jedoch trotzdem ab und überquert die Stelle zu Fuß. Sehr vernünftig. Das Paar mit der GS war neben einem Gespannfahrer, der aus einem total zugeschneiten Seitenweg heraus auf die Straße fuhr, die einzigen Motorradfahrer, denen ich an diesem Tag begegnet bin. Wann hat man das schon einmal im Namlostal?

Es kommen noch einige kleinere Platten aus festem Schnee bzw. weichem Eis. Der Rest der Strecke bis Lermoos ist wieder gut zu fahren. Das Namlostal wirkt mit seinen Schneewänden neben der Fahrbahn ganz anders als im Sommer. Ohne Verkehr ist es auch viel ruhiger.

Weiter geht die Tour hinunter nach Garmisch-Partenkirchen, wo wir der B2 nach Krün und Wallgau folgen. Jetzt gibt es zwei Varianten. Entweder man fährt  bei Wallgau die kleine Mautstraße nach Vorderriß und dann am Sylvensteinspeicher vorbei nach Lenggrieß und Bas Tölz. Anbiken mit Andi    Das NamlostalWir entscheiden uns jedoch für die B2, die zunächst am Walchensee entlang und dann die Serpentinen des Kesselbergs hinab nach Kochel führt. Die ehemalige Rennstrecke ist am Wochenende für Motorräder nur in dieser Richtung befahrbar und die Polizeikontrollen nehmen insbesondere in der Saison immer mehr zu.

Aus dem Südwesten ziehen gegen Abend noch Regenwolken auf. Trotzdem gönnen wir uns noch einen Kaiserschmarrn in einem Biergarten in Höhenrain. Mit einer Abendstimmung und dem Blick in die Alpen verabschiede ich mich für heute.

Auf bald
Euer Friedbert


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